Der Kölner Cartoonist Michael Scholten schätzt die Perspektive des Außergewöhnlichen. So platzierte er auch die Vorstellung seines neuen Buches am 7. Dezember 2007 nicht im üblichen quasi-literarischen Ambiente sondern in der Lounge eines Fitness-Clubs. Die begleitende Ausstellung eines Teils seiner Werke, in denen echte Persönlichkeiten, aber niemals Menschen auftreten, steht im starken Kontrast zur prägnanten Körperlichkeit des Cluballtags.
Scholten: „Versuchen Sie die Dinge des Alltags einfach mal aus einer nicht alltäglichen, völlig neuen Perspektive zu betrachten. Das Ergebnis ist natürlich merkwürdig bis völlig absurd, aber, Sie werden sehen, das Ganze hat auch etwas sehr Sinnliches. Es ist schlicht komisch.“
Scholten lebt in einer Welt der Dinge. Sein Kosmos ist gegenständlich, sein Wirken altruistisch. Alltagsgegenstände, deren Existenz durch schwindende Nützlichkeit bedroht scheint, rettet er im Dämmerlicht seines Zeichentisches in ein surreales Paralleluniversum. Befreit vom Zwang zur reinen Funktion, entwickeln sie hier ein völlig eigenständiges Leben. In dieser selbst geschaffenen Arche begibt sich Scholten auf Fotosafari. Als Entdeckungsreisender lauscht er den Gesprächen uns nur scheinbar bekannter Kreaturen und notiert akribisch deren Tun. Mit voyeuristischem Blick gelingen ihm Schnappschüsse der besonderen Art. Der vorliegende Band gewährt überraschende Einblicke in eine absurd fremde, seltsam vertraute Schöpfung.
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